Eine verhängnisvolle Leidenschaft....oder eine wunderbare Z(S)ucht

Vorsicht,etwas längerer Text ...                                                                   Es begann alles im Jahre 1987 mit dem mitleidsvollen Blick unseres Hundes Baffi.In unserem damaligen Zuhause gab es Mäuse,die unserem Hund die Frolic’s eckig fraßen. Baffi schaute sehr vorwurfsvoll,dass schon jemand von ihrem Tellerchen gefressen hatte.Wir beschlossen,den Mäusen durch den Einzug einer Katze ein Ende zu setzen.So kamen wir zu unserer ersten Katze(die Maus habe ich dann übrigens in der Katzenfutterpackung gefangen).

Für eine Rassekatze entschieden wir uns ein Jahr später,nachdem wir die Norwegische Waldkatze kennen gelernt hatten.Wir waren von dieser enorm menschenbezogenen bis aufdringlichen Katze,die trotzdem aber sehr naturbelassen geblieben war,so fasziniert,das klar war,so eine oder keine. Nachdem wir unser erstes Katzenmädchen Bibi(Felicitas av Saltfjord)bekommen hatten,sahen wir dann auch unseren Traumkater Hauke. Und früher oder später kam es so wie bei fast jedem Katzenzüchter

„ich möchte doch auch einmal kleine Katzenkinder haben“.Was das für ein tragender Satz ist, wird einem nach 15 Jahren Z(S)ucht sehr bewusst. Diese 18 Jahre bedeuten nach einem enthusiastischen Anfang eine kontrollierte Unordnung zwischen dem normalen Katzenwahnsinn oder dem Double- bis Fulltime -Job,während Babys das Haus unsicher machen.Diese kleinen verspielten, felligen Zeitdiebe haben immer wieder Überraschungen für den Züchter auf Lager. Alles wird zum Spielzeug umfunktioniert, wenn man fünf Sekunden mal vor die Tür geht,kann es passieren, dass man nach dem Hereinkommen denkt,man wäre in einem anderen Film.Ein Kitten steht todesmutig auf dem deckenhohen Kratzbaum und will gerade den Sprung - natürlich ohne Netz und doppelten Boden - wagen, der andere kleine angehende Zirkusartist gerade versucht an der Tischdecke baumelnd die Tischdeko zu erreichen während das Dritte meinem Mann gerade die Jeans hochklettert. Ganz nebenbei passiert es dann auch, dass die vermeintlich besonnenen erwachsenen Katzen wieder in das Kittenalter schrumpfen und einem zwischen den Beinen laufen, während man das eine oder andere Kitten retten will.

Das was sich für den Laien jetzt vielleicht sehr heiter und zum Teil entspannend anhört, ist schon mit viel Arbeit (mit zunehmender Katzenzahl werden mehr Pflegearbeiten, wie Polster abbürsten und saugen, wischen und desinfizieren etc. nötig).Liebe, Wissen, absoluter Toleranz und nicht zuletzt viel finanziellem Engagement verbunden. Wissen, Vererbungslehre und speziell die Erfahrungswerte mit der Jungtieraufzucht kommen mit den Jahren dazu.

Man kann zusätzlich – sowie wir - auch eine Sachkundeprüfung beim Veterinäramt (nach Tierschutzgesetz § 11 b) ablegen.

Unsere Hobbys oder Freizeitaktivitäten sind fast immer mit Katzen verbunden, sei es sich mit „Katzenleuten“ treffen oder an Katzenausstellungen teilnehmen. Früher verbrachte man ja noch viel Zeit Zuhause am Telefon wenn Inserate(wie gut das es Handys gibt)liefen, um sich mit vereinbarten Terminen, die nicht wahrgenommen wurden oder namenlose aber nicht mehr nummernlose da ISDN die Telefonnr. ja zeigt;-))) Leute zB.Herr Sch aus B. die möglichst sofort und gleich die Katze am Telefon schon kaufen und sich nie wieder melden, die Zeit zu vertreiben. Oder Käufern die merken, dass der Preis die Erwartungen übersteigt und sich fortan nicht mehr Ihrer Entscheidungsgewalt bewusst sind und das Telefonat dann meistens mit folgendem Wortlaut beenden, da muss ich doch erst noch mal meinen Mann/Frau/Partner/Tochter/Sohn/ oder andere fragen sind dann schon eher seltener geworden. Sicher wäre hier eine ehrliche Antwort für alle einfacher .Uns Züchtern ist schon klar, das nicht jeder mal eben 500.-€ oder mehr so aus dem Ärmel schüttelt, was aber nicht heißt, das man sich nicht informieren kann. Ein nettes Gespräch bringt für uns alle doch neue Erfahrungswerte und Freundlichkeit hat noch niemandem geschadet. Also: fragen kostet nichts, auch nicht beim Züchter, nur ehrlich sollte es schon sein!!!                                                                                                          Schön das es jetzt das world wide web gibt und es die Vorauswahl für alle erleichtert. 

Ansonsten gleicht unser Leben fast dem einer „normalen Familie“, wir können bequem auch einmal bei Freunden übernachten. Auch auf einen Kurz-Urlaub muss man als Katzenhalter nicht verzichten, wenn man solch zuverlässige Pfleger– wie wir sie haben für diese Zeit findet. Diese Pfleger kommen meist auch während längerer Ausstellungswochenenden zum Zuge. Ausstellungen gehören zu einer Zucht dazu, da hier die Katzen ihre Zuchttauglichkeitsbescheinigung und Titel(Champion–Großer Europa Champion– oder gar Weltsieger )erhalten.Wenn diese dann verbunden ist mit einer Auszeichnung(Pokal)freuen wir uns natürlich um so mehr. Wie Sie auf meiner Homepage entnehmen können,sind diese Auszeichnungen oder die erreichten Titel für uns und unsere Katzen aber nicht sehr wichtig. Verzichten darauf möchten wir aber auch nicht.

Ein wenig Eitelkeit und Exibizionismus gehört halt dazu.Sie wissen schon:                                  “ sehen und gesehen werden “!                                                                   Zum Tierschutz möchte ich vielleicht anmerken,unsere                                               Tiere die sich auf Ausstellungen nicht wohlfühlen bleiben Zuhause!!

Erfahrungsgemäß gibt es verschiedene Züchtertypen, wir gehören zu den Züchtern, die das Haus und den ausbruchsicheren Garten mit ihren Katzen teilen DÜRFEN. Der Lebensraum wurde nach Möglichkeit artgerecht gestaltet,d. h.unsere Katzen–in der Anzahl von insgesamt 13-lieben es im Winter unser Bett zu bevölkern,im Sommer müssen WIR dann schon früh aufstehen,um eine Liege im Garten zu ergattern,da diese ansonsten–natürlich nur bei schönem Wetter und nicht in der prallen Mittagssonne(wenn der Schirm aufgespannt ist,im Schatten dann doch)–von unseren Katzen in reicher Anzahl belegt sind. Wir geben unseren Katzen,den Freiraum ihre künstlerische Ader frei zu entfalten,indem sie die gerade frisch gepflanzten Blumen ausgraben,zeigen sie uns,dass wir die falsche Wahl oder die verkehrte Stelle für diese Blume hatten(ließe sich beliebig fortsetzten).

Jeder der jetzt denkt,dass wir nur Arbeit,Arbeit und nochmal Arbeit mit unseren Katzen haben,kennt diese wunderschönen Momente der Geburt,das Erleben wie aus den kleinen mäuseähnlichen Geschöpfen wunderschöne und verschmuste,menschenbezogene Katzenkinder werden,nicht.Das Öffnen der Augen der erste Versuch zu schnurren (erinnert meist eher an einen Geigerzähler) die ersten tollpatschigen Schritte,der Freischwimmer im Teich oder die erste Begegnung der dritten Art,z.B.mit einer Fliege,einer Spinne oder einem Schmetterling.Der Besuch des neuen Besitzers zeigt uns dann auch schon,daß auch diese Babys unser Haus verlassen werden und manchmal geben wir nicht nur ein Baby her,sondern bekommen Freunde dazu.Viele dieser Freundschaften sind über alle Jahre geblieben.Und unsere alten Katzen geben uns Ruhe und Zufriedenheit.Sie sind einfach immer um uns herum,neugierig verschmust, immer wieder für ein Spielchen zu haben.Jeder der das alles mindestens einmal erlebt hat,kann verstehen,warum wir mit Leidenschaft Katzen züchten und keines unserer Zuchtjahre missen möchten. 

                                             Und wir haben noch ein paar Wünsche und Pläne!!!!

nach oben bitte